Press for Les vêpres siciliennes at Mainfranken Theater Würzburg

Der US-amerikanische Regisseur Matthew Ferraro siedelt die blutigen Ereignisse des späten 13. Jahrhunderts um in die Zeit unmittelbar vor dem Ersten Weltkrieg und erzählt sie, wie er selbst sagt, als einen großen Abenteuerroman. Er zeichnet starke Charaktere und lässt das Publikum mitfiebern. Das jubelt am Ende nicht nur den Sängern und dem Philharmonischen Orchester Würzburg unter Generalmusikdirektor Enrica Calesso zu. Sondern es belohnt - völlig zurecht - auch das Regieteam mit Bravorufen.
Ferraro hat sich wohl sehr bewusst dagegen entschieden, seinen “Abenteuerroman” in der Gegenwart zu erzählen. Das ist gut so, weil man sich doch schwertut mit jenem allzu patriotischen Denken mancher Opernepen des 19. Jahrhunderts. Zumal das Libretto von Eugène Scribe und Charles Duveyrier bietet, was es für ein spannendes Abenteuer braucht: Revolution und Attentatsversuche, eine Hinrichtung mit Begnadigung kurz vor knapp, der Brief einer Toten, ein verschollener Sohn, ein privater Rachefeldzug, ein Verliebter, der alles täte für eine mit allen Wassern gewaschene Frau. Und schließlich die große Katastrophe. Nicht nur die Erzählung selbst, auch manche Szenen im Detail - etwa die Verschwörungsszene am Boxring-Rande - erinnern eher an Film denn an Theater. Bewusst arbeitet Ferraro immer wieder mit dessen Mitteln: Während die Verschwörer sprechen, läuft der Boxkampf in Zeitlupe weiter. Blende auf den Kampf in Echtzeit, Blende zurück zu den Verschwörern....

Die “Sizilianische Vesper” als doch eher unbekannte Bühnenarbeit des Opernkönigs Verdi, uraufgeführt im Juni 1855 in Paris, reicht in ihrer Opulenz vielleicht nicht an Giacomo Meyerbeers “Hugenotten” der vorigen Spielzeit heran. Aber sie besticht durch die detailreiche Ausarbeitung - schon einst kompositorisch wie auch jetzt als Regiearbeit von Matthew Ferraro. Man kann davon ausgehen, dass das Mainfranken- Theater mit seinem Mut zur großen Oper erneut für Aufsehen über die Stadtgrenzen hinaus sorgen wird.
— Michaela Schneider, Main-Echo
Una delle esperienze più intriganti e stimolanti nel seguire il teatro d’opera accade quando si ha la percezione di essere di fronte a qualcosa che trascende di molto in qualità le aspettative e sorge l’impressione che questo non sia ancora ben chiaro al resto del pubblico. Qualcosa di insieme veramente nuovo ed antichissimo, qualcosa che riscuote dal tepore a cui persino l’«ordinaria eccellenza» prima o poi conduce. Qualcosa che spinge a scommettere, ad allontanarsi dai saldi asfalti delle strade già tracciate, che poi non sono nemmeno sempre così saldi...Lo spettacolo, a firma di Matthew Ferraro, è pacatamente tradizionale e piacevolmente scorrevole. Gli arredi, i costumi e gli oggetti di scena lo fanno datare ai primi anni del Novecento, in una Sicilia dalle tinte marine, insieme festante e teneramente malinconica. Abbastanza inconsueto per un grand-opéra, ma tutto sommato efficace, l’inserimento di elementi comici e talora quasi grotteschi: il Montfort impenitente alcolista, la festa del terzo atto che diventa un incontro di pugilato, il coro femminile dell’ultimo atto che alla stretta mostra la vera natura dell’innocente consesso di comari del matrimonio, con l’estrazione dalle sottane di armi di tutti i generi, a cui poi si uniscono popolani con zappe, roncole e forconi, in un insieme quantomeno pittoresco.
— Paolo T.Fiume, I Teatri dell’Est e non solo

Press for Madama Butterfly at Theater Erfurt

Es war ein fulminanter Einstand mit einer äußerst gelungenen Premiere...Wer wollte, konnte hier einen dezenten Ansatz epischen Theaters erkennen...war es einfach genial...Unsere Empfehlung Puccinis Oper Madam Butterfly am Theater in Erfurt. Die nächste Vorstellung ist übrigens am kommenden Donnerstag. Von uns erhält die Inszenierung fünf von möglichen fünf Sternen.
— Holger Elias, Deutchlandradio Kultur
“So vollzieht sich diese Inszenierung doch ganz gegenwärtig, die Dynamik des Geschehens, die so unsinnige wie absurde Selbst­amerikanisierung mit billigen Versatzstücken des Alltags berührt zutiefst, bis zum eindrücklichen Schlussbild. Insgesamt gesehen setzt diese Erfurter Aufführung, ganz ohne Trippelschritt und Pathos, Maßstäbe am Beginn einer neuen Saison.”
— B. Gruhl, Das Opernglas November 2014
...und da diese böse Geschichte, diese Illusionen „Wer macht wem was vor? Wer kommt mit diesen Illusionen, oder mit der Desillusionierung dann nicht zurecht?“, das zeigt Matthew Ferraro, der auch sein eigener Ausstatter ist, wirklich vorbildlich.
— Uwe Friedrich, MDR Figaro Radio